// Martin Goerg

 
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Martin Goerg // Text
Bei meiner Arbeit handelt es sich um Doppelwandgefäße. Die Innen- und Außenteile sind getrennt voneinander frei auf der Scheibe gedreht und anschließend montiert. Danach wird das Gefäß mit einer Behautmasse aus Ton, Schamotte, Zirkonfritte und festen Gesteinen, wie Quarz, Basalt oder Bims überzogen und abschließend außen engobiert und innen mit einer Feldspatglasur glasiert. Gebrannt wird in reduzierender Ofenatmosphäre bei ca. 1250ºC, wobei mit Kochsalz und/oder Soda "gesalzen" wird.

Anders als bei "einwandigen" Stücken habe ich bei den doppelwandigen Gefäßen die Möglichkeit Innen- und Außenform separat zu kontrollieren und kann so ganz gezielt beide Formen gegenüberstellen. Bewußt kann ich nun mit Räumen und Formen spielen. Der verborgene Gefäßraum, d.h. der vom Gefäß vereinnahmte Raum, der offene Gefäßraum, also der Raum den das Gefäß birgt, und der Außen-raum treten in Korelation und erzeugen einen spannungsvollen Wechsel der Verhältnisse. Unterschiedliche Größenverhältnisse, sowohl innerhalb eines Stückes als auch der verschiedenen Gefäße untereinander, erzielen andere Wirkungen und lassen den Betrachter Formen und Dimensionen neu entdecken. Ein weiterer Aspekt meiner Arbeit ist die gegensätzliche Oberflächenbeschaffenheit im Inneren und Äußeren eines Gefäßes. Die optisch und haptisch weiche und glatte Innenfläche, steht einer mehr oder weniger stark strukturierten, durch Einschlüsse und Ausschmelzungen geprägten Außenfläche gegenüber. Zusammen bilden sie einen reizvollen Kontrast, welcher die angesprochenen Räume noch deutlicher voneinander scheidet und dennoch harmonisch in Einklang bringt.
Die Farbgebung, welche in erster Linie monochrom ist, erhält durch einen sehr unregelmäßigen Salz- oder Sodaanflug eine Lebendigkeit, die den Brand als Entstehungsprozeß sichtbar erhält.

Steinzeugmasse, gedreht, gebaut, Behautmasse mit Schamotte, Quarz, Basaltgrus, Zirkonfritte; Feldspatglasur Salz- / Sodabrand bei ca.1230-1280°C
Martin Goerg